Mercedes Brüggemann


Diese schon stark verblasste Reklame ziert eine Unterführung in Richtung Oberbilk. Der Stadtteil südlich des Düsseldorfer Hauptbahnhofs war einst einer der größten Industriestandorte Europas. Wer hätte das gedacht vom schicken Düsseldorf. Wohl nicht umsonst war er durch mehrere Bahnlinien fast komplett von der Innenstadt getrennt und führte ein sehr eigenständiges Dasein. Nur wenige Unterführungen wie diese schafften Verbindungen in die Innenstadt und das benachbarte Bilk. Heute muss man nach Spuren aus dieser Zeit suchen. Auffällig sind die vielen Autowerkstätten bzw. die Hinweise auf sie. Wer mehr zu Oberbilk und seine interessante Geschichte erfahren möchte, dem empfehlen wir das kleine Büchlein Oberbilk. Die Geschichte eines Industrieviertels. von Anne Mommertz oder einen Rundgang durch das Stadtviertel mit der vhs (1-2 mal im Jahr).

Aufgenommen in der Hüttenstraße in Düsseldorf, im Juli 2015.

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Cines Luna

CInes Luna Madrid

Diese ganz besondere Schrift zierte den Nebeneingang eines der großen Kinos an der Gran Via, die Cines Luna.
Mittlerweile hat das alte, schon seit Jahren geschlossene Gebäude einen neuen Besitzer, der darin ein Fitnessstudio mit Dachterrasse eröffnet hat.

Aufgenommen in der Corredara Baja de San Pablo, Madrid, im Januar 2013.

Schlicht schwarz-weiß

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Die Trinkhalle: Nicht wegzudenken aus dem Rhein-Ruhr-Gebiet und fasst an jeder Straßenecke zu finden.
Hier ganz schlicht in schweiß-weiß vor dunklem Klinkerstein.

Aufgenommen an der Langerstraße, Düsseldorf, im März 2014.

In Stein gemeißelt

Zur Kothener Brücke, Wuppertal

Gemeißelte Jugendstil-Inschrift an einem großbürgerlichem Haus an der Wupper. Der Begriff „Kothen“ bezieht sich auf „Kotten“ und bezeichnete früher einen kleinen Hof.

Mehr Wissenswertes zu diesem Ort unter diesem Link oder bei Wikipedia.

Aufgenommen im Zooviertel, Wuppertal, Deutschland, im August 2013.

Vorgestellt: Das Buch „Hamburg Alphabet“ von Chris Campe

In unserer Linkliste haben wir bereits die Website zu dem Buch „Hamburg Alphabet“ mitaufgenommen (www.hamburg-alphabet.de).
Daraufhin hat Chris Campe, Autorin des Buchs, uns netterweise ein Ansichtsexemplar zur Verfügung gestellt.

Der erste Eindruck: das ist ja kleiner als erwartet. Warum auch immer, ich hatte einen großformatigen Bildband anstelle eines Buchs in 12,5 x 17,5 cm erwartet. Sei’s drum.
Bei Hamburg Alphabet handelt es sich um ein reines Bilderbuch – bis auf das Fotoverzeichnis mit den Ortsangaben am Schluss und den einleitenden Text (auf Deutsch und Englisch) enthält das Buch ausschließlich Fotos von Schriftzügen. Dafür bringt aber die zweiseitige Einleitung viele Aspekte zum Thema Schriftzüge genau auf den Punkt. So zum Beispiel die Beobachtung, dass sich besonders schöne Schilder gerade in weniger „entwickelten“ Stadtteilen finden lassen, da sich dort oft noch alteingesessene Fachgeschäfte finden lassen.

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Cover des Buchs „Hamburg Alphabet“

Doch nun zu den Fotos: Chris hat auf ihren Streifzügen durch Hamburg eine Vielzahl schöner Schriftzüge entdeckt und deren Fotos in dem Buch alphabetisch angeordnet. 220 Schriftzüge hat sie insgesamt für das Buch zusammengetragen – von A wie „AlsterBuch“ über K wie „Kennedybrücke“ bis Z wie „Zum Brandfang“. Wer Hamburg kennt, wird Bekanntes wiederentdecken, aber auch überrascht feststellen, an wie vielen Kleinoden man tagtäglich vorbeigeht ohne sie zu bemerken (spätestens, wenn man sich die Ortsangaben zu allen Fotos am Ende des Buchs durchliest).

Die Anordnung der Bilder innerhalb der jeweiligen Buchstabenkategorie ist durchdacht: mal thematisch, mal nach Farben gruppiert, ergeben sich immer wieder sehr schöne Gesamtwerke. Besonders bemerkswert ist ihr Blick für das Detail: Großaufnahmen einzelner Buchstaben aus dem Schriftzug lassen Einzelheiten erkennen, die man ansonsten leicht übersehen würde. Dabei wird deutlich, dass der Reiz vieler Schilder oftmals darin liegt, dass man die Spuren der Zeit an ihnen erkennt: ein aus der Reihe tanzender Buchstabe, ein Sprung im Plastik einer Leuchtreklame bis hin dazu, dass nur noch die schattenhaften Konturen eines bereits entfernten Schilds an der Wand zu erkennen sind.

Kurzum: Hamburg Alphabet ist sowohl für Liebhaber schöner Schriftzüge als auch für Fans der schönen Stadt an der Elbe ein echter Augenschmaus. Und was das eingangs erwähnte Format angeht: das Querformat ist genau richtig für die in der Regel längsformatigen Schriftzüge und die Größe ist dem Bildgegenstand vollkommen angemessen.

P.S. Chris spricht in den nächsten Wochen auf einigen Veranstaltungen über Buchstabenformen und Typographie:

Typostammtisch und Flexibles Filmmern zeigen TYPEFACE von Justine Nagan
Dokumentationsfilm und Ausstellung
Mittwoch 13. März, ab 19:00 Uhr, der Film beginnt um 20:00
Projektor Raum, Sternstr. 4, Hamburg
Typostammtisch shows TYPEFACE documentary by Justine Nagan

Pecha Kucha at Buchstabenmuseum Berlin
Samstag, 16. März, 17:00
Showroom: Karl-Liebknecht-Str. 13
10178 Berlin (Berlin Carré, Alexanderplatz)
A letter-ly Pecha Kucha at Buchstabenmuseum Berlin

Pecha Kucha Night Hamburg
Mittwoch 3. April, 20:00
Haus III & 70, Schulterblatt 73, Hamburg
Pecha Kucha Night Hamburg

Kalter Spaziergang durch Forchheim

Das oberfränkische Forchheim am Zusammenfluss von Wiesent und Regnitz war schon immer durch das Wasser geprägt. In der Stadt und ihrer Umgebung gab es eine Vielzahl von Hammer- und Papiermühlen. Noch heute durchzieht ein Kanal der Wiesent die Innenstadt, an dem sich immer noch mehrere Mühlen befinden. Die Bedeutung des Fischfangs zeigt sich auch im Stadtwappen, das 2 stattliche Forellen zieren.

Forchheim_wappen

Die Innenstadt umfasst ein sehr gut erhaltenes Fachwerkensemble und in ihren Gassen lassen sich einige schöne Motive für unseren Blog finden. Die folgenden Aufnahmen sind bei einem Spaziergang mit unseren (Schwieger-)Eltern entstanden.

Mehr zur Geschichte von Forchheim hier.

Zu Besuch in Bilbao

Bilbao, die größte Stadt des Baskenlandes, erstreckt sich an der Mündung des Nervión und wird auf der Westseite von Hügeln begrenzt.
Der eigentliche Altstadtbezirk heißt bei den Einheimischen “Siete Calles” – die sieben Straßen. Der Name rührt daher, dass der ursprüngliche Stadtkern zuerst lediglich drei Straßen, nach seiner Erweiterung und der Verlagerung der Stadtmauern im 15 Jhd. 4 weitere Straßen umfasste, die alle parallel zueinander liegen. Heute besteht die Altstadt zwar noch aus weiteren Straßen, der Name ist aber geblieben. Litt das Viertel bis vor einigen Jahren noch an einem schlechten Ruf, ist es mittlerweile bei Einheimischen und Touristen wieder sehr beliebt – tagsüber zum Einkaufen und Bummel, abends zum Essen- und Ausgehen.

Stadtplan von Bilbao, 1857, von Francisco Coello (1822-1898)
Quelle: ebay.es

In den kleinen Gassen, die fasst alle für den Autoverkehr gesperrt sind, herrscht Samstagvormittag reger Betrieb. Auffallend sind die Vielzahl an gut erhaltenen Patrizierhäusern im einheitlichen Altstadtkern, in dem v.a. kleine Geschäfte eingezogen sind, während die Vertreter der üblichen Handelsketten weitestgehend fehlen.
Wir haben Bilbao an einem verlängerten Wochenende sowohl auf eigene Faust als auch im Rahmen einer Führung erkundet (organisiert vom örtlichen Tourismusbüro, lohnt sich).

Aufgrund der vielen Geschäfte ist insbesondere die Altstadt ein wahres Eldorado für Schilder und Schriftzüge, von denen wir Euch in den nächsten Veröffentlichungen eine Auswahl zeigen werden. Viel Spaß beim Betrachten.

Spaziergang im Barrio Salamanca

Salamanca gilt als eines der madrilenischten Barrios (= Stadtviertel) von Madrid. Es verdankt seinen Namen D. José de Salamanca y Mayol, Marquis von Salamanca, der im 19. Jhd. wesentlichen Anteil an der Planung und Erbauung des Stadtteils in seiner heutigen Form hatte. Das großbürgerliche Wohn- und Geschäftsviertel ist geprägt durch rechtwinklig angelegte Straßen und Wohnhäuser mit oftmals beeindruckenden Fassaden. Salamanca hat den Ruf, das schickste und reichste, aber auch das konservativste Viertel Madrids zu sein. Auf den großen Einkaufstraßen Calle de Serrano, Calle de Velazquez, Calle de Goya und Calle del Principe de Vergara finden sich Boutiquen aller namhafter Marken und viele hochpreisige Restaurants. Doch schon in den davon abzweigenden Seitenstraßen wird es sofort viel ruhiger. Und bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass viele Ladenlokale leer stehen und an vielen Häuserfassaden Schilder “zu verkaufen” oder “zu vermieten” hängen. Vielleicht lang es daran, dass wir an einem Sonntag durch die Straßen spaziert sind, aber wir hatten oft den Eindruck, dass es sich in Salamanca um “alten Reichtum” handelt, aber nichts Neues nachkommt bzw. das Viertel seine besten Zeiten bereits gesehen hat. Es fehlt das Moderne, Weltläufige und Quirlige, wie man es in einem schicken und reichen Viertel einer europäischen Metropole erwarten würde.

Aber nichtsdestotrotz gibt es auch hier jede Menge tolle Ladenschilder zu entdecken, gerade auch weil sich in Salamanca Vieles aus dem letzten Jahrhundert bewahrt hat. Die schönsten findet Ihr den den folgenden Posts.

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